Inhalt der Website: Schweizer Traditioneller Karateverband: Traditionelles Karate, als ursprüngliches Karate, wurde in Japan als sogenannte Kunst der Selbstverteidigung bzw. auch als Kampf- und Kriegskunst (Budo) entwickelt. Es basiert auf einer waffenlosen Kampfkunst, die sich seit tausenden von Jahren weiterentwickelt hat.
Stichworte für Suchmaschinen: Karate-Swiss, Swiss Traditionell Karate Federation STKF, Schweizer Traditioneller Karateverband, Dojo, Graubünden, Nationalteam, Jugend, Sport, Shihan Hidetaka Nishiyama
Hinweis: Sie haben die von uns definierten Style-Sheets (CSS) abgeschaltet oder Sie nutzen leider einen älteren Browser, daher wird diese Seite anders dargestellt.
Hinweis: Weitere Informationen über die Darstellung dieser Website finden Sie in den Besucherinfos
Im traditionellen Karate-(Budo) Verständnis haben die Dan-Grade einen niedrigeren Stellenwert als heute (gerade im Westen) zumeist üblich. Dabei sind die Anforderungen keineswegs geringer, eher im Gegenteil. Aber man glaubt nicht, dass ein Schwarzgurt gleichzusetzen wäre etwa mit einem Experten auf seinem Gebiet.
Ja man traut ihm nicht einmal unbedingt Lehr-Fähigkeiten zu, so dass ihm die Verantwortung für die Übernahme eines Trainings nicht automatisch übertragen wird.
Im "traditionellen Karate-Verständnis" sind erst die sehr hohen Dan-Grade (Kodansha) gleich bedeutend mit "Meister"- oder "Lehrer"-Titeln, nämlich Renshi- (5./6. Dan), Kyoshi- (7./8. Dan) und Hanshi-Grade (9./10. Dan). Die darunterliegenden Dan-Grade sind nach wie vor "Schüler"-Grade, wenn natürlich auch auf höherem Niveau.

Im traditionellen-Karate-Do kann der eher bescheidene Anspruch der ersten Dan-Graduierungen verdeutlicht werden: Dabei sind zunächst die technischen Dan-Grade (Yudansha), 1. Dan (Shodan), 2. Dan (Nidan), 3. Dan (Sandan) und 4. Dan (Yondan), die Schwarzgurt-Stufen der "Krieger". Diese befinden sich zwar auf hohem technischen Niveau, lernen aber immer noch dieselben Techniken, die sie als fortgeschrittene Kyu-Grade formal gemeistert haben.
Doch sie befinden sich nicht mehr auf der Weg-Stufe der ausschliesslichen, unabdingbaren Form-Bindung (Shu-Prinzip), sondern am Beginn der Weg-Stufe der Form-Freiheit (Ha-Prinzip). Das bedeutet, dass sie nun die Karate-Praxis von einem reiferen, höheren Standpunkt aus zu verstehen lernen (Okuden), in dem sie über die reine Technik "hinauswachsen", nicht in der blossen Wiederholung "stecken", oder an ihr verhaftet bleiben.
Diese Dan-Grade sind nach wie vor Schüler und keine Meister. Sie bedürfen weiterhin der Anleitung ihres Lehrmeisters (Sensei), um auf dem Weg weiter voranzukommen bzw. weiter in die Kunst des Karate-Do einzudringen.
Man geht nun vielmehr davon aus, dass jetzt die eigentliche Karate-Ausbildung erst beginnt! Die Anfänger-Gürtel-Grade dienen, wenn man so will, dem "Aussortieren" derer, die für den weiteren oder eigentlichen Karate-Weg doch nicht in Frage kommen, weil sie schon vorher aufhören, dann nämlich, wenn es nicht schnell genug geht oder sie eben doch nur an Äusserlichkeiten (Titel, Pokale usw.) interessiert sind.
Mit der Erlangung der ersten Dan-Grade fängt die "Einweihung" in die Kampfkunst erst an, die vertiefte Auseinandersetzung, das Verstehen, worum es im "traditionellen Karate-Do" geht. Diese Schwarzgurte werden als die "wahren" Schüler des Karate-Do aufgefasst.
Spezial-Grade - Junior Dan (Schwarzgurt) = Vorbereitungstufe auf den 1. Dan
Schüler im Vorbereitungstudium: "zum Suchenden nach dem Weg"
Dies sind Grade die an speziell auserwählte junge Karateschüler mit langjähriger unermüdlichen Begeisterung, intensives Training absolviert haben und körperlich, technisch und auch geistig bereits ein grosses Mass an philosophischem Verständnis des "traditionellen-Karate-Do" besitzen.
Man unterscheidet Junior-Dan-B mindestens 15 Jahre alt und Junior-Dan-A mindestens 16 Jahre alt. Der Meister bzw. Lehrer verlangt von den auserwählten Schülern eine konstante Leistungsbereitschaft.
Sie müssen mindestens 1-2 mal bis zum 18. Lebensjahr eine Homologierungsprüfung ablegen, bis sie dann mit frühestens 18 Jahren ihren SHO-DAN erwerben können. Dies gilt bis zu diesem Zeitpunkt als sogenannte Probe- und Vorbereitungszeit zur Erlangung der Reife zur 1. Stufe.
Dieser Dan-Grad ist derjenige, der als "Suchender nach dem Weg" bezeichnet wird. Er hat in mehrjähriger Karate-Do-Praxis sein in der inneren Haltung sichtbar gewordenes Potential entwickelt, und er erkennt zunehmend, dass hinter der körperlichen Übung ein Weg zu Höherem als der reinen Beherrschung der Technik steht. Aber er ist doch noch ein "Suchender", weil er nur Vorahnungen von all dem haben kann.
Sein Interesse, in der Verbindung von Geist und Technik eine Herausforderung zu sehen, seine Bereitschaft, sich auf mehr einzulassen, zeichnen den ersten Schwarzgurt aus.
Dennoch besteht gerade jetzt die Gefahr, dass sein Geist sich ausruht und zufrieden ist, mit dem, was er glaubt, schon erreicht zu haben.
Dieser Dan-Grad wird als der Grad des "Schülers am Anfang des Weges" verstanden. Er weiss bereits mehr, worauf es ankommt und seine innere Haltung bezeugt dies. Seine intensive Karate-Praxis und sein Studium des Weges befähigen ihn, über den vordergründigen Kampfsport-Kontext im Dojo hinaus die Kunst des Karate-Do zu verstehen, sogar zunehmend auf weitere Lebenssituationen zu übertragen. Am Anfang des Weges angelangt, erkennt er, was auf ihn wartet, aber er weiss auch, wie schwer es noch wird.
Der 2. Dan läuft Gefahr, diesen Anforderungen auszuweichen, sich nicht mehr als Schüler zu begreifen und sein Verständnis zu überschätzen. Auch mag ihn sein gutes technisches Können verleiten, sich zu profilieren. Wenn er diese Hürde nicht nimmt, vergibt er sich damit die Chance, wirklich weiterzukommen.
Dieser Dan Grad ist der Grad des "anerkannten Schülers" und bezeugt die Stufe, auf der der Schüler nun unwiderruflich fest entschlossen ist, den Weg bis ans Lebensende zu gehen. Erst jetzt gibt es keine unüberwindbaren Hürden mehr und nichts, das ihn von seinem weiteren Weg abbringen könnte. Seine Treue gegenüber dem Stil (Ryu), dem Weg (Do), der Schule (Dojo) und dem Lehrer (Sensei) haben Kopf, Herz und Hand gleichermassen gestärkt.
Karate-Do ist ein wesentlicher Teil und alles durchdringender Aspekt seines Lebens geworden. Immer mehr und immer häufiger beginnt er auch, den Meister, der in ihm selber steckt, zu spüren, zum Vorschein zu bringen. Nicht nur seine technische Expertenschaft, sein Wissen und echtes Verstehen, sondern vor allem seine innere Haltung befähigt ihn, eine gewisse Unabhängigkeit und Freiheit, vielleicht sogar eine persönliche Interpretation zu entwickeln.
Dieser Dan-Grad ist nun endlich der Grad des "technischen Experten". Aber darüber hinaus ist Karate-Do nun für ihn eine Religion, ein Lebensprinzip geworden. Er identifiziert sich völlig mit dem Weg. Er hat die Theorie und die Praxis des Karate-Do verinnerlicht, er lebt danach. Er ist in jeder Hinsicht kompetent, glaubwürdig und vorbildlich. Von nun an hat er nicht nur Autorität, sondern er ist Autorität.
Zwar ist er noch kein "Meister" an sich - aber er hat sich jetzt in den Besitz des Schlüssels zu wahrer Meisterschaft gebracht. Vor ihm liegen nun die echten Grade des "Wissens" (5./6. Dan) und der "Reife" (7. bis 10. Dan). Diese sind allerdings im Westen sehr schwer zu erreichen.
Angesichts dieser Einschätzungen der schwarzen Gürtel wird klar, dass die Ansprüche nicht nur bescheiden, wie eingangs erwähnt , sondern gleichsam sehr hoch sind. Bei dem Prüfungsprogramm des "traditionellen-Karate-Do" werden die besonderen Erwartungen an die Dan-Träger in der geistigen Hinsicht, also im Hinblick auf deren korrekte innere Haltung, durch Anforderungen berücksichtigt, die sich daher eben nicht nur auf das Beherrschen der reinen Technik beschränken.
Von den Schwarzgurt-Schülern wird erwartet, dass sie sich auch intensiv mit der Geschichte, mit Zen-Buddhismus, -Meditation usw. beschäftigen. Man muss von ihnen zwar viel verlangen können, damit sie in den Besitz des ersehnten Dan-Grades kommen, doch darf man die schwarzen Gürtel nicht überschätzen. Es sind - wichtige - Weg-Stufen, ohne Frage, aber eben nur Stufen, Etappen des Weges, immer nur ein paar kleine Schritte.

Diese Dan-Grade zeugen von einem hohen Mass an Wissen, Lebenserfahrung, Gefühl und innerer Haltung. Im traditionellen Karate-Do ist dies nun ein Lebensprinzip geworden. Der "Kodansha" ist nun nicht mehr "Schüler" er ist nun ein wahrer Meister und identifiziert sich völlig mit dem Weg. Er hat Theorie und Praxis des Karate-Do vollumfänglich verinnerlicht und ist bestrebt auch im Alltag nach diesen Prinzipien zu leben. Er ist in jeder Hinsicht kompetent, glaubwürdig und vorbildlich und kennt die philosophischen Aspekte des traditionellen Karate. Von nun an ist er eine bedeutende Autorität.
Er ist nun ein "Karate-Meister" mit Herz, Geist, Seele.
Erstaunlich bleibt selbst in Europa bei der "Abwertung" der Bedeutung des Schwarzgurtes die Tatsache, dass in manchen Organisationen eine "Inflation" der Dan-Grade festzustellen ist, obwohl ja hier (im modernen Kampf-Sport-Sinne) der Dan-Grad so etwas besonderes zu sein scheint. Insbesondere bei sogenannten "Dan-Träger-Verbänden" gibt es eine auffällige Konzentration und Anhäufung von allerhöchsten Dan-Graden.
Einzelne Personen mit 8. Dan, 9. Dan und 10. Dan, oft sogar sowohl im Karate, Judo, Allround kampf und was es da sonst noch so gibt, sind dort oft keine Seltenheit, sondern leider die Regel.
Diese hohen Dan-Grade verdienen allerdings keine Anerkennung, keinen Respekt, schon gar nicht im oben beschriebenen Sinne des Weg-Verständnisses von traditoneller Kampfkunst. Alles, was diese Leute darin sehen und erwarten ist das Materielle und sie verdienen damit viel Geld ...!
W. Eisenhöfer, Davos 1989